Motom 48 – Reparaturhandbuch

Hier finden Sie das originale deutschsprachige Reparaturhandbuch der Motom 48 mit dem Titel „Reparatur-Hinweise“. Es handelt sich um eine vermutlich einzigartige Werkstattanleitung, die für den Schweizer Markt von Motom AG Zürich herausgegeben wurde.

Hersteller: Motom Italiana S.A., Mailand Vertretung: Motom AG, Zürich, Pelikanstraße 6

Das Dokument wurde freundlicherweise von Massimo Prata vom Motom Club Zürich zur Verfügung gestellt


Motom 48 manuale riparazione originale tedesco
Original-Reparaturhandbuch für Motom 48 (deutsch). Seite 1

MOTOR

Zentrierung des Pleuels nach dem Zylinder:

Bei jedem Zusammenbau des Motors muß kontrolliert werden, ob der Pleuel im Zylinder zentriert ist. Ist dies nicht der Fall, so ist es notwendig, daß man hinter die Kugellager Distanzringe einfügt, die eine Dicke von 0,1÷0,2 mm aufweisen. Ist der Pleuel nicht genau eingepaßt, so kann es vorkommen, daß sich übermäßiger Ölverbrauch einstellt. Die Kurbelwelle muß gut zentriert sein, (max. Schlag 0,025 mm).

Anziehen der Mutter zur Befestigung der Welle des Steuerungshebels:

Die größte Sorgfalt soll darauf verwendet werden, diese Schraube mittels eines Schraubenziehers anzuziehen. Sie soll nicht zu fest angezogen werden, damit der Sicherungsstift für die Steuerungshebelachse nicht abgeschert wird. Dagegen soll die Schraube auch nicht zu lose sein, da sonst bei laufendem Motor der Stift innerhalb seines Lagers ein gewisses Spiel aufweist, so daß Öl ausfließt. Die Einstellung der Schraube ist also so sorgfältig vorzunehmen, daß weder der eine noch der andere Fall eintritt.

Kontrolle der Ölpumpe:

Bei Nichtfunktionieren der Pumpe und bei jeder Revision des Motors ist zu kontrollieren, ob der Gewindezapfen für den Innenkanal der Ölpumpe an deren Körper gut verschraubt ist. Um das Herausfallen des Zapfens zu verunmöglichen, können die Gewindekanten abgerundet werden. Der Zapfen haftet dadurch besser.

Montage des Seitendeckels am Motorblock:

Bei dieser Montage ist darauf zu achten, daß die Nockenachse in das zugehörige im Deckel eingelassene Lager zu liegen kommt und keinesfalls auf den Deckel selbst drückt.

Wenn dies der Fall wäre, würde der Sicherungsstift beschädigt, so daß die Nockenwellenachse in das Innere des Motors drücken und den Flansch der Motorachse in seiner Rotation hemmen würde.

Kontrolle des Ventilspiels:

Das Ansaug- bzw. Auspuffventil darf in seiner Führung praktisch kein Spiel haben, muß sich jedoch frei drehen können. Ist die Führung durch den Gebrauch oval ausgeschliffen oder hat sich ein übermäßiges Spiel eingestellt, so ist diese zu ersetzen.

Zwischen den Ventilfedertellern und den auf dem Ventil montierten Keilen soll kein Spiel vorhanden sein.


Getriebe:

Montage der Arretierkugel auf die Übersetzungswelle:

Bei der Montage der Übersetzungswelle nicht vergessen, die Arretierkugel, welche das Herausfallen der Büchse für die Betätigung der Schaltkugeln verunmöglicht, mitzumontieren. Fehlt diese Kugel, so fällt die Büchse heraus und die Verbindung zwischen dem Kettenzahnrad der Übertragung und der Übersetzungswelle wird unterbrochen.

Montage des Ölschleuderrings:

Bei der Montage des Ölschleuderrings auf die Übersetzungswelle für die Kupplung, nachdem die drei Eingriffzahnräder ebenfalls montiert worden sind, ist darauf zu achten, daß die flache Seite des Schleuderringes gegen das Innere des Motors gerichtet ist.

Es muß sodann vermieden werden, daß die Zahnung des ersten Eingriffzahnrades gegen die innere Wand des Schleuderringes reibt.

Es ist darauf zu achten, daß die Öldichtung für das Zahnrad sachgemäß angebracht wird. Die kleinste Verschiebung des Dichtungsrades kann das Verölen der Kupplung zur Folge haben.


Kupplung:

Einregulierung der Kupplung:

Wenn die durch den Handgriff betätigte Kupplung nicht genügend ausrückt, so muß man die Kupplung mit der Regulierschraube neu einstellen.

Sollte aber durch frühere Einstellungen die Schraube bereits vollständig angezogen sein, so daß eine weitere Regulierung nicht mehr möglich ist, so geschieht die Neueinstellung durch Verstellen des Kabelzuges am Verstellplättchen um ein weiteres Loch.

Steckenbleiben der Kupplungsbuchse:

Es kann vorkommen, daß selbst bei Betätigung des Kupplungshebels (Handgriff) der Motor das Zahnrad der Kupplung weitertreibt. Der Fehler ist auf die Blockierung der Zahnradhülse auf der Übersetzungswelle zurückzuführen.

Um die Störung zu beheben, ist das Zahnrad auszubauen und die Bronzebuchse um einige Hundertstel Millimeter auszureiben, gegebenenfalls Unebenheiten an der Übersetzungswelle zu egalisieren.

Einstellen der Betätigungswelle in Gabelform des Gangwechsels:

Wenn beim laufenden Motor die eine oder andere Geschwindigkeit nicht eingeschaltet bleibt, so ist nachzusehen, ob der an der Kupplungsbetätigungswelle angebrachte Zahnkranz auch genau mit den Lageröffnungen, die in der Übersetzungswelle eingefräst sind, zentriert ist. Zu diesem Zwecke ist der Motorblock zu öffnen und es sind die Zahnkränze der Übersetzungswelle mit dazugehörigen Scheiben abzunehmen. Dabei soll man darauf bedacht sein, unter das Kettenzahnrad der Übertragung einen Keil einzuschieben, welcher das Lager der Kurbelwelle gegen den Anschlag seines eigenen Sitzes anpreßt, so daß jedes Spiel der Achse behoben wird.

Es sind alsdann durch Betätigung des äußeren Schalthebels die drei Übersetzungen, eine nach der andern einzuschalten. Die genaue Position des Zahnkranzes gegenüber dem Gegenlager der Kugeln kann mittels eines kleinen Spiegels, den man unter die Gangbetätigungswelle einschiebt, geprüft werden. Ist der Zahnkranz nicht genau mit den Gegenlagern zentriert, so ist die an der Betätigungswelle angebrachte Zahnplatte in horizontale Richtung zu biegen und zwar so weit, bis der Zahnkranz der Betätigungswelle auf alle drei Positionen paßt. Man beachte dabei, daß durch die Biegung die Schweißstelle der Zahnplatte am Gabelarm nicht losreißt.


Motom 48 manuale riparazione originale tedesco
Original-Reparaturhandbuch für Motom 48 (deutsch). Seite 2

TECHNISCHE DATEN

Motor

EintragWert
Typ4-Takt
Zylinder1
Bohrung39 mm
Lauf40 mm
Hubraum48 cm³
Maximale Leistung bei 4500 U/min1,7 PS
Verdichtungsverhältnis7:1
KühlungLuftgetrieben

Übertragung

EintragWert
GetriebetypZylinderradgetriebe mit geraden Zähnen
Die Geschwindigkeiten2,63:1
2. Gang1,69:1
3. Gang1:1
KupplungTrockene Einscheibenbremse

Allgemeine Angaben

EintragWert
Elektrische Anlage6 V, 15 W
StoßdämpferIn der Hinterradnabe
Handbremse2 überdimensionierte Kabel
Reifengröße2,00×18
Pass1,13 m
Breite0,70 m
Höhe0,95 m
Trockengewicht41,5 kg
Kraftstoffverbrauch1,3 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit40 km/h

Werkstattdaten – Kolben

EintragWert
Originalgröße39 mm
Übermaße39,4 und 39,8 mm
Kolben-Zylinder-Spiel0,05 mm

Stecker

EintragWert
Durchmesser11 mm
Länge32 mm
Axiales Spiel0,015 mm

Segmente

EintragKompressionÖlschaber
Nummer21
Breite2 mm2,5 mm
Aufschlagspiel0,2 mm0,2 mm
Seitlicher Spielraum0,02 mm0,02 mm

Kurbelwelle

EintragWert
1. Bankbolzen Ø15 mm
Länge13 mm
2. Kurbelwellenlagerbolzen Ø15 mm
Länge10 mm
Kurbelzapfen Ø20 mm
Länge9 mm
Axiales Spiel0,1–0,2 mm

Nockenwelle

EintragWert
Durchmesser des Lagersitzes10 mm
Bausatz0,03 mm
Gesamtlänge56 mm
Nockenprofilwinkel45°

Ventile

EintragWert
Kopfdurchmesser15 mm
Schaftdurchmesser5 mm
Gesamtlänge56 mm
Sitzecke45°
Spiel mit Führungsstange0,025 mm
Spielraum des Kaltventils0,15 mm

Steuerzeiten

EintragWert
Absaugung wird eingeschaltet16 Tage vor dem PMS
Absaugung wird geschlossen44. nach dem PMI
Ablauf öffnet sich44. vor dem PMI
Abfluss verschließt16 Tage nach dem PMS

Einschalten

EintragWert
SystemMagnet-Schwungradgenerator
Spannung6 V, 15 W
Champion-KerzeH-10
Bosch-ZündkerzeW 175 T1
AC-Zündkerze45-L
Auto-Lite-ZündkerzeAL-5
Candela MarelliCW 175 A
Elektrodenabstand0,5 mm
Maximaler Vorschuss23° = 22 mm am Schlägerkopf
Spannweite der Stifte0,5 mm
Kondensatorleistung0,12–0,15 μF

Vergaser

EintragWert
TypWeber 14 MFM
Durchmesser des Venturirohrs9 mm
HauptstrahlNr. 60
LeerlaufdüseNr. 40
Schwimmendes Gewicht5 g

Bremsen

EintragWert
VorderseiteTrommelbremsen, Innenbacken
Durchmesser der vorderen Trommel107 mm
HeckausführungTrommelbremsen, Innenbacken
Durchmesser der hinteren Trommel107 mm

Kapazität

EintragWert
Kraftstofftank3,5 l
Reserve0,3 l
Motoröl0,4 l
WinterölSAE 30
SommerölSAE 40

Zu diesem Artikel finden Sie weitere Informationen unter:

Alle Anleitungen Anleitungen

Die Kurbelwelle der Motom überholen – was man wissen muss

Welche Zündkerze für die Motom – der ultimative Leitfaden

Welches Öl für die Motom – der ultimative Leitfaden

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